Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen will ihre Schulentwicklungsplanung ändern: Die Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Ingelheim und Nieder-Olm sollen auf sechs Züge erweitert werden. Dadurch entstünden 112 zusätzliche IGS-Plätze im Landkreis. Landrat Thomas Barth und die Schulverwaltung schlagen den Gremien zugleich vor, die Anträge für die bisher geplanten Neubauten eines Gymnasiums in Stadecken-Elsheim und einer IGS in Mommenheim zurückzuziehen.
Eine sechszügige Erweiterung war laut Kreisverwaltung bereits Anfang des Jahres geprüft worden. Wegen fehlender Zustimmung von ADD und Ministerium wurde sie damals nicht weiterverfolgt. Stattdessen fielen die Beschlüsse für das Gymnasium in Stadecken-Elsheim und die IGS in Mommenheim. Die neue Landesregierung ermöglicht im Koalitionsvertrag grundsätzlich sechs Züge an Integrierten Gesamtschulen. Nach Gesprächen mit dem Land und den betroffenen Schulen beraten nun zunächst der Schulträgerausschuss und der Kreisausschuss. Der endgültige Beschluss soll im Dezember im Kreistag fallen.
Im aktuellen Schuljahr mussten an beiden Schulen zusammen 254 Schülerinnen und Schüler abgelehnt werden, 224 wurden aufgenommen. Nach einer Erweiterung könnten je Jahrgang und Standort 168 Kinder aufgenommen werden, insgesamt also 336. Der Nachfrageüberhang würde dadurch deutlich sinken. Eine Auswahl unter den Bewerbern bliebe dennoch nötig, um das pädagogische Konzept der IGS mit unterschiedlichen Leistungsniveaus nicht zu gefährden.
Landrat Barth sagt, die Schulentwicklungsplanung müsse immer wieder an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Eltern wollten ihre Kinder überwiegend an einer IGS anmelden. Der für Schulen zuständige 1. Kreisbeigeordnete Steffen Wolf betont, man wolle keine vorschnellen oder unumkehrbaren Entscheidungen treffen. Die Option eines neuen Gymnasiums bleibe offen, bis über die Erweiterungen entschieden ist.
Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen
