Unter dem Motto „Lebenswelt Kita – gesund aufwachsen“ hat im Gesundheitsamt Mainz und Mainz-Bingen die dritte Kindergesundheitskonferenz stattgefunden. Rund 60 Teilnehmende tauschten sich über Chancen und Herausforderungen digitaler Medien in der frühkindlichen Entwicklung aus. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kitas einen verantwortungsvollen Umgang mit Tablets, Hörboxen und digitalen Spielen fördern können.
Erwin Malkmus, Kreisbeigeordneter des Landkreises Mainz-Bingen, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung früher Gesundheitsförderung und der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Er kündigte an, die Konferenz auch im kommenden Jahr fortzusetzen. Malkmus sagte: „Die Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen werden schon in den ersten Lebensjahren gelegt. Kitas leisten dabei gemeinsam mit den Familien einen wichtigen Beitrag. Gerade beim Thema digitale Medien brauchen wir Orientierung, einen offenen Austausch und alltagstaugliche Ansätze, damit Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich unterstützt werden.“
Jana Schmöller, Kinder- und Jugenddezernentin der Landeshauptstadt Mainz, hob hervor, dass im Umgang mit digitalen Medien Orientierung und Begleitung durch Erwachsene sowie die Medienkompetenz von Kindern, Eltern und Fachkräften wichtig seien. Risiken sollten ernst genommen und die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt gestellt werden.
Prof. Dr. Michael Bigos von der Hochschule Darmstadt referierte über die Bedeutung digitaler Medien in der Lebenswelt von Kindern. Er ging auf Medienbiografien und das Nutzungsverhalten von Kindern ein und erörterte pädagogische und entwicklungsbezogene Perspektiven der frühkindlichen Medienbildung. Kitafachkräfte stünden zwischen dem Wunsch nach medienfreien Räumen und dem Auftrag zur Medienbildung. Die Teilnehmenden erhielten Anregungen, ihre eigene Haltung zu reflektieren.
Eltern und Fachkräfte können Kinder demnach unterstützen, indem sie Interesse an deren Medienerfahrungen zeigen, über Inhalte sprechen und gemeinsam altersgerechte Angebote auswählen. Zugleich brauche es Raum für Bewegung, freies Spielen, Vorlesen und persönliche Begegnungen. Beim „Markt der Möglichkeiten“ lernten die Teilnehmenden an Infoständen Medienprojekte und Initiativen für Kindergesundheit kennen.
Die Kooperation zwischen Stadt Mainz und Landkreis begann 2001, 2003 fand der erste gemeinsame Fachtag im Mainzer Rathaus statt. Vor zwei Jahren wurde das Format neu belebt. Seither arbeiten drei Arbeitskreise zu Sprachförderung, psychischer Gesundheit und Bewegung von Kitakindern.
Wer beruflich mit Kitakindern arbeitet und mitwirken möchte, kann sich unverbindlich per E-Mail an praevention@mainz-bingen.de wenden.
Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen
