Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Die Rettungsdienstbehörde Mainz will deshalb eine Ersthelfer-App einführen, über die Freiwillige in der Nähe eines Notfalls alarmiert werden. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit 370.000 Euro.
Registrieren können sich voraussichtlich ab Sommer 2027 Volljährige, deren Erste-Hilfe-Kurs nicht älter als zwei Jahre ist. Die App soll in den Landkreisen Mainz-Bingen, Bad Kreuznach und Alzey-Worms sowie in den Städten Mainz und Worms gelten. Rund 820.000 Menschen könnten davon profitieren.
Die registrierten Ersthelfer werden über die Leitstelle alarmiert. Parallel schickt die Leitstelle weiterhin den Rettungsdienst zum Patienten. Die App ist also kein Ersatz, sondern eine Ergänzung der Rettungskette, vor allem in ländlichen Regionen. Im Idealfall sind die Freiwilligen mehrere Minuten vor dem Rettungsdienst vor Ort und beginnen mit der Wiederbelebung. Schon nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung drohen schwere neurologische Schäden.
Bundesweit gibt es laut Mitteilung jährlich etwa 130.000 außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstände. In rund der Hälfte der Fälle wird eine Wiederbelebung versucht. Die Überlebensrate bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus liegt bei knapp elf Prozent.
Wie wirksam die App wird, hängt von genügend qualifizierten und verfügbaren Helfern ab. Die Rettungsdienstbehörde arbeitet dafür mit Feuerwehren und Hilfsorganisationen zusammen und bindet Kliniken und Ärztezentren ein. Sie spricht gezielt Menschen mit medizinischer Qualifikation oder Einsatzerfahrung an und sucht in größeren Unternehmen nach betrieblichen Ersthelfern.
Die drei Landkreise haben der Einführung bereits zugestimmt. In Mainz und Worms stehen die Beschlüsse in den kommenden Wochen an.
Quelle: Kreisverwaltung Mainz-Bingen
